Noch einmal gut gegangen! - Der Rechtsstreit über den Dokumentlieferungsdienst der ETH-Zürich

Bernhard Dengg

Abstract


Über drei Jahre hielt ein Prozess die Schweizer Bibliothekslandschaft in
Atem, der zwischen der Bibliothek der ETH-Zürich und den internationalen
Großverlagen Elsevier, Springer und Thieme über die Rechtmäßigkeit des
Dokumentenlieferdienstes der Bibliothek geführt wurde. Als nämlich im
April 2014 der erstinstanzliche Entscheid des Handelsgerichts Zürich gegen
die ETH-Bibliothek ausfiel (Urteil vom 7. April 2014, HG110271-O)1, war der Aufschrei groß. Man beeilte sich von vielen Seiten, öffentlich zu der
Angelegenheit Stellung zu nehmen, denn es drohte mit einer möglichen Bestätigung des Urteils in zweiter Instanz ein wesentlicher Aufgabenbereich
der Bibliotheken zu Lasten der öffentlichen Informationsversorgung wegzufallen. Mit dem letztinstanzlichen Entscheid des Bundesgerichts (Urteil vom 28. November 2014, 4A-295/2014)2, der das Zürcher Urteil wieder aufhob und für die ETH-Bibliothek entschied, beruhigten sich die Gemüter zwar, zurück bleibt aber ein Beigeschmack: Zu klar ist die Stoßrichtung der Wissenschaftsverlage hinsichtlich der Sicherung einer ihrer Haupteinnahmequellen – nämlich der Nutzung wissenschaftlicher Aufsätze. Ob dies nur der erste oder auch schon der letzte Streich war, ist  abzuwarten. Aber der Rechtsstreit zeugt jedenfalls von der Nervosität der Großverlage, die im verstärkten Aufbau von Repositorien und OpenAccess-Plattformen zunehmend eine wachsende Konkurrenz sehen.

Schlagworte


Bibliothek der ETH Zürich; Elsevier; Springer; Thieme; Rechtsstreit

Volltext:

PDF

Refbacks

  • Im Moment gibt es keine Refbacks




Copyright (c) 2015 Bernhard Dengg

Creative-Commons-Lizenz
Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International.

 
Creative Commons Lizenzvertrag Alle Inhalte dieser Zeitschrift, exkl. der Logos, sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
 
ISSN 1022-2588
 
Hosted by Universität Wien